Tipps für Eltern
Shownotes
In der fünften Folge des DMG Podcasts „Ungewöhnlich stark!“ sprechen wir mit Nadine über ihr Leben mit einem an der Myasthenie erkrankten Sohn. Sie gibt uns Einblicke in ihr Familienleben und zeigt uns ihre Herausforderungen im Alltag. Dabei erfahren wir einiges über Hilfsmittel für Kinder mit der Myasthenie Erkrankung und wie man trotz dieser Diagnose positiv und zuversichtlich leben kann.
Podcast-Info:
Der Podcast „Ungewöhnlich stark!" erscheint jeden letzten Freitag im Monat. Setze die Glocke und verpasse keine neue Folge!
Weiterführende Informationen und hilfreiche Materialien: Besuche unsere Webseite für allgemeine Infos: dmg.online Alle unsere Broschüren Rund um das Thema myasthene Syndrome findest du direkt in unserem Shop: shop.dmg.online/shop
Transkript anzeigen
00:00:07: Hallo und herzlich willkommen zurück zu unserem Podcast Ungewöhnlich Stark, der Podcast von der Deutschen Myosthenie Gesellschaft.
00:00:14: Hier geht es um Tipps und Tricks von Betroffenen und Angehörigen von Myosthenie erkrankten.
00:00:23: Das Ganze ist auch angelehnt an die Broschüre der deutschen Myosthynie-Gesellschaft, Tipps und Tricks für Patientinnen.
00:00:31: Ein kleiner Hinweis an dieser Stelle – weitere Informationen findet ihr auf der Website der Deutschen Myoshtynie Gesellschaft, dmg.online.
00:00:39: Hier findet ihr im Shop auch die Broschiere und weitere Artikel und Informationen.
00:00:44: Dieser Podcast erscheint immer am letzten Freitag im Monat!
00:00:48: Und heute sitze ich mit der lieben Nadine zusammen und Nadine ist Mutter eines Kindes, was von der Myosthenie betroffen ist.
00:01:00: Ich freue mich heute auf
00:01:01: den
00:01:01: Austausch mit dir!
00:01:03: Nadine magst du dich einmal kurz vorstellen?
00:01:05: Wer bist Du wie alt bist Du und wer ist in deinem Leben von der myosthenien getroffen?
00:01:12: Ich bin Nadine, ich bin thirty-fünf Jahre alt und bin Mama von einem betroffenen Sohn.
00:01:19: Der Bela ist vierzehn Jahre alt.
00:01:24: ja und wir schlagen uns so durchs Leben mit der Mörste nie.
00:01:31: Seit wann ist die Diagnose bei ihm bekannt?
00:01:35: Bela ist jetzt seit gut vier Jahren erkrankt an Myostinie und die Diagnose haben wir jetzt seit zwei Jahren.
00:01:45: Okay, das heißt mit zwölf Jahren hast du erfahren dass er Myostini hat?
00:01:51: Ja genau!
00:01:53: Wie hat sich das bei ihm geäußert?
00:01:55: also was waren da diese Symptome?
00:01:58: Am Anfang der Erkrankung konnte Bila auf einmal keine weiten Strecken mehr laufen.
00:02:05: Er hat über Schmerzen in den Beinen geklagt und ist immer wieder gestürzt, was dann doch irgendwann sehr auffällig war weil er total unkoordiniert gelaufen ist und das total komisch aussah.
00:02:21: Wir dann auch ganz lange gar nicht wussten, was so wirklich los ist.
00:02:25: Weil das mit einem Infekt anfing und alle dachten er holt sich wieder und es ist gar nicht so problematisch.
00:02:33: Und hat die Zeit der Diagnose bei euch lang gedauert?
00:02:38: Waren das viele Arztbesuche oder konnte euch relativ schnell geholfen werden?
00:02:42: Wir haben einen fast zweijährigen Weg hinter uns gehabt bis zur Diagnosse mit sehr fehlend Klinik aufenthalten, vielen Arztbesuch und viele Untersuchungen über Muskelbiopsen.
00:02:58: Die für ihn auch nicht schön waren ... Über Lumbarpunktionen.
00:03:04: Es wurden viele andere Krankheiten ausgeschlossen.
00:03:07: Genendeffekte wurden ausgeschlossen.
00:03:10: Das war für uns alle eine sehr zermürmende Zeit, weil wir einfach ... Über zwei Jahre lang auch davon ausgegangen sind, dass wir ein Kind haben was so schwer krank ist.
00:03:21: Dass es möglicherweise sogar lebensverkürzend ist.
00:03:25: und dann war diese Diagnose der Myasthenie schon fast eine Erleichterung für uns weil wir endlich wussten was er hat und wir wussten das man versuchen kann ihm ganz gut zu helfen Und im besten Fall eher ein relativ normales Leben führen
00:03:41: kann.
00:03:42: Das heißt Du hast ja gerade schon gesagt, es war auch etwas erleichtern für dich.
00:03:48: Wie war dann die Zeit?
00:03:49: Und um die Diagnose was ging dir damals durch den Kopf als Mutter?
00:03:54: Als Mutter waren da unfassbar viele Fragen weil Mörste nie hat man vorher noch nie wirklich gehört.
00:04:02: also ich bin gelernte Pflegefachkraft und auch Ich habe vorher nie etwas von dieser Erkrankung gehört.
00:04:09: das war etwas komplett Neues für uns Für mich.
00:04:13: Es waren viele Fragen da.
00:04:15: Wie geht es jetzt eigentlich weiter?
00:04:17: Was ist die Therapie
00:04:19: in der Klinik,
00:04:19: wo wir dann waren?
00:04:20: War das immer alles nur so?
00:04:22: Stück für Stück wurde uns präsentiert wie so eine Behandlung abläuft und da waren einfach extrem viele Fragezeichen da.
00:04:30: Und das war dann nur so die Behandlungen und dann blieben trotzdem die Fragezeiche dar.
00:04:35: Wie wird sich das auf die Schule für ihn auswirken?
00:04:38: Was wird er später mal für einen Beruf erlernen können?
00:04:42: Wie wird sein Leben überhaupt für ihn aussehen.
00:04:46: Wie geht es Bela heute, also bekommt er Medikamente und wie sind seine Symptome im Alltag?
00:04:55: Bela war kurz vor der Diagnose inzwischen bettlegrig und bekommt ja inzwischen Medikamente deutlich besser als damals.
00:05:09: Es ist bei Weitem nicht mein Kind, was ich vor der Erkrankung hatte.
00:05:15: Er hat weiterhin ganz große Einschränkung und kann nur wenig zur Schule gehen lernen mit einem Arbeithafen zu Hause aus.
00:05:22: Hat kaum irgendwelche Freizeitaktivitäten noch aber ging über vor der Diagnose es schon ganz viel Lebensqualität die wir zurückgewonnen
00:05:32: haben.
00:05:36: Das heißt, du hast gerade schon gesagt, er war oder ist zum Teil auch bettlegelich.
00:05:43: Wie sieht dann euer Familienalltag aus?
00:05:46: Also er geht nicht in die Schule, sagtest du ne?
00:05:48: Er geht
00:05:49: in die Schuhe aber zwei Stunden nur am Tag und kommt dann nach Hause mit einem Fahrdienst da ja auch auf ein Rollstuhl angewiesen ist und lernt dann von zu Hause aus weiter.
00:06:01: Mit einem Avatar, das ist so ein kleiner Schulroboter der für ihn in der Schule steht und dort Bild-und Ton aufnimmt und das Live übertragen wird zu ihm auf sein Tablet und so kann er am Unterricht auch teilnehmen außenbett heraus.
00:06:16: War das ... Wie seid ihr da rangekommen, wurde euch da geholfen?
00:06:21: Ja wir haben da Unterstützung von der Toni Großstiftung die uns den Avatar finanziert hat und auch die laufenden Gebühren nach wie vor dafür bezahlt.
00:06:31: Das ist toll!
00:06:34: Wie hast du denn... ja wenn wir schon bei dem Avatar sind, hast du irgendwelche andere Hilfe aus dem System erfahren als Unterstützung für euch oder hast du dich an irgendetwas gewendet, an jemanden wo ihr irgendwie Unterstützung bekommen habt?
00:06:54: Wir werden begleitet von einem ambulanten Kinderhospiz dienst mit einer familienunterstützenden Kraft die sich auch um Bela seinen kleinen Bruder kümmert und den so ein bisschen auffängt dass er nicht zum vollständigen Schattenkind wird, was immer irgendwie zurückstecken muss.
00:07:11: Für Klinikaufenthalte immer irgendwie bei fremden Leuten ist und die kümmert sich um ihn.
00:07:17: Und dort haben wir auch immer eine Ansprechpartnerin bei Fragen.
00:07:21: Wenn wir irgendwie Unterstützung brauchen bei Arztbesuchungen sind sie immer für uns da.
00:07:27: Also hast du das Gefühl ... Fühlst du dich nicht ganz alleine mit der Erkrankung deines Sohnes?
00:07:36: Ja!
00:07:37: Wir sind alles andere als alleine, würde ich sagen.
00:07:41: Wir fühlen uns da richtig gut aufgehoben.
00:07:44: also es sind Menschen geworden die für uns total wichtig sind und ein Stück weit mit der Familie gehören.
00:07:51: also von einigen unserer Familien unterstützenden Dienstes ist für uns sehr viel wert.
00:07:58: Die ist wirklich immer da ist inzwischen selber Mama gewonnen in der Zwischenzeit und nimmt sich trotzdem nach wie vor für unsere Zeit.
00:08:07: Wie schön
00:08:10: Wie sprecht ihr als Familie über die Erkrankung und auch mit Bela selbst?
00:08:16: Wie hast du das gemacht?
00:08:18: Wir haben ganz am Anfang der Erkrankung durch den Kinderhospizdienst mit ihm mal ein Gespräch geführt, in dem er auch ganz klar gefragt wurde wie er sich das wünscht.
00:08:29: Wie offen wir mit ihm über seine Erkankungen sprechen möchten weil... sollen, was er gerne wissen möchte über seine Erkrankung.
00:08:37: Und da haben wir für uns festgelegt wie mehr Wähler für sich festgelegt dass er sich wünscht das wir immer offen und ehrlich zu ihm sind und die immer alles erzählen erklären und der immer auf den aktuellen Stand ist.
00:08:55: Dennoch versucht man es irgendwie so ein bisschen kindgerechter alles zu verpacken zu schauen, dass er irgendwie nicht ganz so doll belastet ist durch die Situation.
00:09:06: Und du sagst ja auch gerade das du ein bisschen darauf achtest, dass das andere Kind nicht in den Schatten rückt?
00:09:13: Wie geht sein Geschwisterkind damit um und wie funktioniert das?
00:09:21: Sein kleiner Bruder geht damit recht offen um.
00:09:25: wenn er Sorgen hat dann spricht er vor allen Dingen oftmals mit anderen Kindern drüber.
00:09:31: Also klar, er schaut dass er uns als Eltern nicht so belastet und kriegt das schon mit und versucht uns zu schoen.
00:09:40: aber dennoch hat er Menschen mit denen er darüber sprechen kann und ist da auch sehr offen.
00:09:45: also er muss es auch oft erklären gegenüber anderen Kindern die dann fragen warum sein Bruder denn im Rollstuhl sitzt.
00:09:53: solche Fragen tauchen einfach immer wieder auf und das erklärt er aber inzwischen sehr gut Total offen.
00:09:59: Da ist er sehr ... Entspannt, würde ich sagen sogar fast schon und es oftmals für sein Bruder auch wie ein bester Freund, der mit ihm Zeit verbringt, der dann mal zockt.
00:10:10: Also alles was nicht mehr so gut funktioniert mit anderen Kindern, das fängt auch der kleine Bruder hier auf.
00:10:17: Bennett ist elf Jahre.
00:10:19: Und ist auch ein besonderes Kind?
00:10:20: Also Bennett ist Autist mit ADHS.
00:10:24: anbringt auch seine Herausforderungen so mit sich.
00:10:28: Okay,
00:10:28: was sind denn typische Situationen wo du das Gefühl hast du musst besonders auf die Kräfte von Bela achten?
00:10:38: Wir müssen am gesamten Alltag
00:10:40: auf
00:10:40: Belas Krähte achten dadurch dass Bela inzwischen Probleme mit der Atmung hat.
00:10:46: es ist sehr wichtig dass wir darauf schauen dass er sich nie übernimmt weil gerade die Atmungen ganz schnell kippen könnte.
00:10:53: Das sind so kleine Situationen wie alleine das Fertigmachen am Bad, wo man schon schauen muss.
00:10:59: Dass er sich da nicht völlig übernimmt um dann den Schulalltag überhaupt schaffen zu können.
00:11:05: Das heißt er ist eigentlich nicht ohne und nicht außer Beobachtung?
00:11:09: Ja!
00:11:13: bist du dann immer flexibel, dass du quasi ihnen auch immer zur Schule bringst abholst.
00:11:18: Bila wird von einem Fahrdienst ja früher abgeholt, wird dann von dem Fahrdienste zur Schule gefahren.
00:11:24: der wartet vor der Schule auf ihm und holt ihn dort wieder ab und bringt ihn wieder zu Hause nachhause wo ich ihn dann wieder entgegennehmen
00:11:32: muss.
00:11:33: Wie hast Du oder was für Erfahrungen hast Du in der Schule gemacht?
00:11:39: Also Bila war dann ja seit der Diagnose schon die ganze Zeit in der Schule?
00:11:42: ne Genau.
00:11:45: Gab es da irgendeinen Informationsbedarf, einen Nachteilsausgleich?
00:11:53: Wie funktioniert das mit Sport und Klassenfahrten zum Beispiel?
00:11:58: Wusste die Schule überhaupt was Miostini bedeutet?
00:12:02: Wir haben bei der Schule in der ersten Zeit der Diagnose sehr schlechte Erfahrungen machen müssen.
00:12:10: Es war immer sehr problematisch, weil keiner wusste was bedeutet eigentlich diese Müheasthenie und Muskelschwäche.
00:12:18: Aber er kann doch laufen.
00:12:20: warum dann jetzt nicht die ganze Zeit?
00:12:22: Warum muss man da so viel Rücksicht nehmen?
00:12:24: das war immer für alle total unverständlich bis wir dann sogar die Schule wechseln mussten.
00:12:32: Und dort haben wir dann sehr viel Verständnis erfahren von der Schulleitung, die sich unfassbar viel Zeit in Elterngesprächen für uns genommen hat und zugehört hat versucht hat zu verstehen wirklich zu helfen.
00:12:46: In der Zeit haben wir auch den Arbeiter angeschafft weil klar war dass er einen normalen Schulalltag nicht bewältigen kann.
00:12:55: an dieser Informationsfluss das war immer Beziehungsweise ist jetzt auch wieder nach einem erneuten Schulwechsel zur Klasse sieben sehr problematisch.
00:13:05: Es gibt wenig Verständnis inzwischen, auch wieder für ihn.
00:13:09: wichtig sind für Lehrer oftmals nur die Noten und Anwesenheit.
00:13:13: das können wir so nicht erfüllen wie die Lehrer sich das vorstellen.
00:13:18: Wander Tage organisiert werden, wo Kinder mit dem Fahrrad fahren sollen und er gar nicht so dabei sein kann.
00:13:26: Angebote dann bekommt bei den Lehrern aber dabei sein zu dürfen was wenig mit Teilhabe und Inklusionen zu tun hat begleiten uns da immer wieder ganz viel Unverständnis für die Erkrankung.
00:13:40: Wie hat sich denn der Bereich Freundschaften- und Freizeit bei Bila verändert?
00:13:47: Wie unterstützt du ihn dabei?
00:13:49: Hast du da irgendwas, ja bekommst du mit dass er weniger Freundschaften pflegen kann?
00:13:55: oder wie hat sich das entwickelt.
00:13:57: Billa hat nach wie vor seinen allerbesten Freund, den er seit der ersten Klasse hat.
00:14:02: Also jetzt schon fast zehn Jahre, der auch weiterhin an seiner Seite ist und regelmäßig in Besuchung kommt.
00:14:09: Mit ihm Zeit verbringt er überhaupt gar kein Problem mit dem Rollstuhl rauszugehen und ihn da draußen zu schieben wenn es mal nicht mehr geht.
00:14:18: Also Freundschaften hat er glaube so... Ziemlich gar keine Einschränkungen zuvor, in der Freizeit hingegen schon viel mehr.
00:14:26: Bieler war vorher sportlich sehr aktiv und hat Hip-Hop getanzt, hat Judo gemacht und vor allem Fußballverein.
00:14:32: Davon ist nichts übrig geblieben auch keine Kontakte mehr.
00:14:38: Heute ist seine Freizeite eher die, dass er sehr viel zeichnet und sehr viel zockt relativ viel auch liest.
00:14:50: Also eher so ruhigere Tätigkeiten sind es geworden, mit denen sie ist aber total zufrieden und macht das total gerne.
00:14:58: Das heißt er hat sich aus den Gegebenheiten was Neues geschaffen.
00:15:03: Ja
00:15:03: genau.
00:15:05: Sehr schön!
00:15:07: Wo und wie holst du dir denn Selbstunterstützung?
00:15:09: Ich kann mir vorstellen dass sehr belastend sein kann, wenn man auch gerade zwei Kinder hat die in verschiedenen Bereichen Einschränkungen haben.
00:15:20: Wie bekommst du Unterstützung?
00:15:22: Also zum Beispiel auch emotional also ich nehme auch an durch die deutsche Myosthenie-Gesellschaft.
00:15:28: Genau, zum einen ist es die deutsche myosthenia Gesellschaft, zum anderen sind das Freundschaften, die geblieben sind.
00:15:35: Es sind nicht immer Einfach inzwischen die Freundschaften, weil man auch da oft viel erklären muss und nicht verstanden wird dass man nicht einfach zu anderen Ärzten geht.
00:15:48: Es wird nicht verstehen das wir aus Brandenburg extra nach Berlin fahren an die Charité Weil wir haben doch auch ein Krankenhaus Und es kann ja nicht so schwer sein Dass man das Kind dort behandeln lässt.
00:15:58: warum müsst ihr immer fahren?
00:16:00: Warum müsst ihr da immer um sitzen und so viel Zeit dort verbringen?
00:16:04: Da ist immer viel Unverständnis, ich erkläre unfassbar viel.
00:16:09: Immer wieder und wieder das es eine seltene Erkrankung ist dass diese Erkrankung nicht jeder einfach so kennt und behandeln kann.
00:16:17: dadurch sind Freundschaften schwieriger geworden.
00:16:20: aber trotzdem ist auch immer noch die emotionale Entlastung wo ich einfach reden kann über Dinge die mich bedrücken die mir gerade Sorge bereiten.
00:16:31: Hast du Kontakt zu anderen Eltern, die auch erkrankte Kinder haben von der Myosthenie?
00:16:37: Ja.
00:16:38: Wir haben inzwischen zusammen eine Signalgruppe eröffnet wo wir uns ständig austauschen können und sehen uns alle zwei Monate in einem Livestream zusammen wo wir dann uns noch mal austauschnen als Eltern.
00:16:54: Das ist schön.
00:16:56: Was redest du denn Eltern, hast du vielleicht Tipps die gerade ganz am Anfang stehen mit so einer Diagnose des Kindes und vielleicht noch sehr verunsichert und ratlos sind?
00:17:10: Ja
00:17:11: also ich würde da tatsächlich raten den Ärzten zu vertrauen.
00:17:17: Wir haben ja einen langen Weg hinter uns und wir sind dann nach zwei Jahren an die Charité gekommen, wo man dann unser Kind sah.
00:17:24: Und doch die Ärztin sehr schnell sagte das könnte eine Mörste nie sein!
00:17:28: Lass uns doch einfach mal die Blutwerte testen.
00:17:32: war es dann auch.
00:17:34: Und lange Zeit dachte ich aber, was soll uns das eigentlich bringen jetzt da auch noch hinzufahren?
00:17:38: Wir waren ja schon an so vielen Stellen die stellen doch jetzt auch nichts anderes fest oder haben andere Ideen.
00:17:45: Ich denke einfach dieses Vertrauen darf man einfach in den Ärzten trotzdem nicht verlieren und darf nicht vergessen ist einfach eine seltene Erkrankung.
00:17:54: Man schaut dann doch erst auf die bekannten Sachen und klärt sie alle
00:17:59: ab.
00:18:01: Das heißt, du hast ja wirklich zwei Jahre nicht gewusst was mit Bela losfahre.
00:18:08: Und sind da mal andere Diagnosen gefallen?
00:18:12: Auch Fehldiagnose?
00:18:14: Durch Ärzte nicht!
00:18:17: Wir hatten nur in der Schule das Problem dass man oft dachte es sei alles noch psychisch und... Er musste mal wieder richtig zur Schule gehen, er müsste rechtzeitig ins Bett gehen.
00:18:30: Dann kommt er morgens wieder aus dem Bett und funktioniert das Kind auch einfach wieder ... Aber von Ärzten hatten wir keine Fehldiagnosen?
00:18:40: Es ist aber auch irgendwie entmutigend, wenn man dann so was von außen hört.
00:18:46: Also früher ins Bett geht ja nur du weißt, was es bedeutet, wenn ein Kind wirklich ... nicht mehr kann in dem Moment und da was ganz anderes hintersteckt.
00:18:58: Ja.
00:19:00: Gibt es denn ein Moment mit Bela, indem du... Unser Podcast heißt ja ungewöhnlich stark?
00:19:09: Siehst du das in ihm?
00:19:10: Findest du das irgendwo wieder?
00:19:12: Also trotz allem wir sind ungewönlich stark oder er ist ungewöhnt stark?
00:19:17: Ich finde dass Bela ein unfassbar starker Mensch ist!
00:19:22: macht so viel mit.
00:19:24: Wir fahren alle
00:19:25: zwei Wochen
00:19:25: an die Charité, wo er Infusionen bekommt und er wird da zu oft gestochen weil man einfach keine Zugänge mehr gut legen kann nach so langer Zeit und Therapie und der macht das immer alles einfach mit also ohne Meckern, ohne Moan, ohne Tränen auch eine Lumbarpunktion, so ohne Betäubung, ohne alles ... Mit Lachen!
00:19:50: Zu überstehen ist es.
00:19:52: Ich finde ihn unfassbar stark.
00:19:54: Bella geht durch diese ganze Situation mit einem lustigen
00:19:59: Humor.
00:20:01: Wir
00:20:01: haben jetzt in vierzehn Tagen den Termin zur Tümektomie und Bella hat einen Schlafanzug auf dem Stitt drauf, Game Over!
00:20:11: Und darunter steht continue yes and no und yes ist angekreuzt.
00:20:17: Das ist etwas, was er gerne nach der Tümektomie tragen möchte weil er das total witzig findet.
00:20:23: also ich finde ihn einfach unfassbar stark in dieser ganzen Situation.
00:20:28: Toll ja auch ein tolles Vorbild für alle
00:20:31: Ja
00:20:32: Also jung und dann doch so stark Ja Toll Hast du denn noch Zum Beispiel drei konkrete Tipps für andere Eltern, die auch betroffen sind.
00:20:47: So ganz praktisch für den Alltag?
00:20:49: Für den Alltag ja!
00:20:50: Da haben wir so unsere kleinen Dinge, die uns echt mega helfen.
00:20:56: Alleine schon Schuhe von Sketchers.
00:20:58: Die sind Leichtgewichtsschuhe, die so extrem leicht sind dass das Laufen einfach wirklich leichter fällt.
00:21:08: Dann haben wir einen Nachteilsausgleich für die Schule mit einem iPad.
00:21:14: Das iPad ermöglicht ihm, dass er auch diktieren kann was geschrieben werden soll wenn er mal nicht mehr schreiben kann.
00:21:21: Er nutzt das auch sehr viel im Alltag zum Zeichnen, zum Schreiben.
00:21:26: Wenn er irgendwas von mir möchte und es geht gerade nicht so dann schreibt er mir auch damit Nachrichten.
00:21:31: also es erleichtert eben sehr viel.
00:21:35: Ja und ein dritten Tipp Habe ich glaube gerade gar nicht so.
00:21:43: Ja, ich hatte noch ein paar Fragen sind mir gerade noch spontan eingefallen.
00:21:50: also Bela versteht seine Diagnose oder?
00:21:54: Ja
00:21:55: und das heißt er würde auch einfach erzählen Ich habe die Myosthenie
00:22:00: Genau.
00:22:00: Wenn man Bela fragt, dann erklärt er das auch ganz gut, dass er da eine Muskelschwäche hat und nicht so stark ist wie andere Kinder und nicht viel machen kann.
00:22:11: Hast du denn eine Vorstellung, wie es weitergeht wenn Bela mal die Schule beendet?
00:22:16: Ja,
00:22:17: davon haben wir eine ganz klare Vorstellung und ich als Mama bin zu allen Chantaten bereit ihn auch weiterhin dann zu unterstützen.
00:22:25: Bela möchte gerne paar Entologie studieren seit der drei Jahre alt ist und das ist so ein ganz großer Traum von ihm weil er Dinosaurier schon immer sehr mochte an das wäre sein Ziel.
00:22:40: Und wenn das irgendwann mal nicht funktionieren sollte, hat er sich inzwischen überlegt, möchte er gerne Psychologie studieren.
00:22:47: Einfach daraus, dass er durch eine Psychologin sehr eng betreut wird seit jetzt inzwischen drei Jahren und er das sehr interessant fand was es dort für Störungsbilder gibt und hat angefangen sich damit zu beschäftigen.
00:23:02: Das würde er dann gerne irgendwann studieren.
00:23:07: Jetzt schon weiß.
00:23:08: Ich glaube, das ist recht früh und richtig toll!
00:23:11: Ja, liegt dir noch irgendwas auf dem Herzen was du noch dazu fügen möchtest oder loswerden möchtes?
00:23:19: Nein
00:23:20: Okay Dann vielen Dank für deine Zeit und deine Offenheit Und dass wir so viel über dich und Bela erfahren durften Und ich wünsche euch einfach alles Gute und ich glaube er wird seinen Weg Ganz, ganz toll gehen.
00:23:41: Vielen Dank, dass ihr heute wieder mit dabei gewesen seid!
00:23:43: Es geht wie immer am letzten Freitag im nächsten Monat direkt weiter – mit der nächsten Folge des Podcasts ungewöhnlich stark.
00:23:50: In der nächsten folge treffe ich Sylvia.
00:23:53: Sie erzählt uns etwas zum Thema Sozialrechte.
00:23:56: Also seit gespannt, seid dabei und bis dahin.
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